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2009: DAS Lehrgangsjahr

von der NETZWERK-Redaktion

Textnummer: 688000

Erstellt am 2009/12/31, zuletzt geändert am 2010/02/18

Im Lehrgangsbereich hinterließ der Einbruch in der Alten Bahnmeisterei nicht nur die geringsten Blessuren. Die hochgesteckten Ziele wurden sogar so gut erreicht, dass man das Jahr 2009 DAS Lehrgangsjahr nennen könnte – obwohl wegen der „Multiplikatorenoffensive“ keine regionalen Anbietertagungen durchgeführt wurden.

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Im Lehrgangsbereich hinterließ der Einbruch in der Alten Bahnmeisterei nicht nur die geringsten Blessuren. Die hochgesteckten Ziele wurden sogar so gut erreicht, dass man das Jahr 2009 DAS Lehrgangsjahr nennen könnte – obwohl wegen der „Multiplikatorenoffensive“ keine regionalen Anbietertagungen durchgeführt wurden.

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Leiter

Acht Grundlehrgänge und drei Leitungslehrgänge machten gut die Hälfte der rund 50 Lehrgangstage aus, die restlichen Tage wurden für die Ausbildung von Trainern und Gold-Gutachtern verwendet. Neuer Standard als Einstiegslehrgang ist der kompakte Grundlehrgang: getrennte Programm- und Expeditionslehrgänge wurden nicht mehr nachgefragt. Premiere mit Studierenden der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg hatte der erweiterte Grundlehrgang, der eine Lehrtour mit Übernachtung beinhaltet. Zum Jahresende liegen erstmals alle deutschen und englischen Lehrgangsunterlagen in Dateiform vor. Wichtigste inhaltliche Grundlage waren zwei völlig neue Arbeitshilfen: der 2. Band des Handbuchs („Grundlagen“) und die Teilnehmermappe.

Beim Leitungslehrgang, der nun ebenso wie der kompakte Grundlehrgang zwei Übernachtungen beinhaltet und 2,5 Tage dauert, wurde nicht nur die Planspielvariante, sondern auch die „klassische“ Workshopform weiterentwickelt. Damit kann der auch für Anbieterstellen wichtige Aufbaulehrgang auch in kleinen Gruppen regional durchgeführt werden. In den drei Durchgängen 2009 wurde eine ganze Reihe neuer Arbeitshilfen wie das „Leitungs-ABC“ sowie Arbeitsblätter für die Analyse und Planung der Programmarbeit entwickelt, die größtenteils bereits veröffentlicht sind. Der 3. Band des Handbuchs („Programmarbeit“) muss nun dringend an diese Entwicklung angepasst werden.

Auf Anregung von Grundlehrgangsteilnehmern wurde mit dem „Lehrgang Expeditionstechnik“ ein neuer, optionaler Aufbaulehrgang konzipiert. Im Unterschied zum Leitungslehrgang gibt es keine Vorgaben der Lehrgangsordnung zur Teilnahme von Leitungsteammitgliedern – das Angebot ist einfach eine Option für alle, die mehr über die für Expeditionen benötigte „hard skills“ lernen wollen als dies beim Grundlehrgang möglich ist. „Learning by doing“ heißt in diesem Fall, dass der größte Teil des Lehrgangs draußen in der Natur stattfindet: bei einem „großen“ Stationslauf mit Karte und Kompass sowie einer 20-Kilometer-Tour mit Übernachtung im Tarp oder Zelt. Wie beim erweiterten Grundlehrgang gehören auch Direkteinsteiger auf der Silber- und Goldstufe sowie Schülermentoren zur Zielgruppe.

 

Multiplikatoren

Auf Kosten der regionalen Anbietertagungen war der zweite Schwerpunkt im Jahresprogramm 2009 wie geplant die Multiplikatorenausbildung. Nur wenige Wochen nach dem verheerenden Einbruch in die Alte Bahnmeisterei richtete der Trägerverein den 2. Trainerkurs für die Region Europa, Mittelmeer und Arabische Staaten (EMAS) aus – im Lehrgangsbereich hinterließ der Computer- und Datenverlust die mit Abstand geringsten Blessuren*). Deutschland war bei dem einwöchigen Acht-Länder-Kurs durch Karsten Vogel vertreten, der inzwischen das Lehrgangsressort leitet. Bei ihrem vierten Durchgang wurde dann Ende August erstmals die Sommerschule ihrer Aufgabe als „Trainerschmiede“ vollauf gerecht. Insgesamt zwölf „Scheine“ wurden beim ersten kompakten Trainerlehrgang gemacht, sechs davon von Deutschen! Als „Ober-Trainer“ waren Rossetos A. Gavalas, Katharina Kleiser und Karsten Vogel – der Studienleiter der Sommerschule 2009 – im Einsatz.

Anfang Juni hatte am Schluchsee unter der Überschrift „Schwarzwald 2009“ bereits der erste kompakte Lehrgang für Gutachter in Wildnisgebieten erfolgreiche Premiere gefeiert. Beim fünftägigen Pilotlehrgang in Fischbach wurde der Anerkennungslehrgang in die „begleitete Praxis“ der angehenden Gutachter integriert; als Übungsobjekt dienten Gold-Expeditionen der Schule Schloss Salem im Wildnisgebiet Hochschwarzwald. Wie beim „echten“ Verlauf des Gutachtens begann der Kurs mit der Kontrolle der Routenplanungen („Erstkontakt“) und endete mit dem Ausfüllen der Begleithefte, das vom ersten Lehrgangstag an vorbereitet worden war („Schlussgespräch“). Durch den Lehrgang gibt es nun acht neue Gold-Gutachter für den Hochschwarzwald – und der kompakte Gutachterlehrgang am Schluchsee soll wie die Sommerschule zu einem regelmäßigen Angebot des Trägerverein werden.

Mit einem Dutzend neuer Trainer und Gutachter ist die „Multiplikatorenoffensive“ einer der wichtigsten Erfolge des Jahres 2009.

 

Neue Lehrgangstechnik

Lehrgänge in der Alten Bahnmeisterei haben durch technische Neuerungen im Jahr 2009 weiter an Qualität gewonnen. Die wichtigsten Errungenschaften sind:

  1. seit dem EMAS-Trainerkurs ein Whiteboard;

  2. seit der Sommerschule WLAN, mit dem „Dachraum II“ ein weiterer Gruppen- und Übernachtungsraum, Feldbetten ein Großzelt sowie eine Geschirrspülmaschine;

  3. seit dem GL 6/2009 ein leistungsfähiges neues Kopiersystem.

Seit November haben die Trainer außerdem eine eigenen Bereich im neuen Intranet erhalten, der sehr intensiv genutzt wird.

 

Nachtrag zur Sommerschule

Zur Sommerschule 2009 ist der 58-seitigen Dokumentation und mehreren Fotoalben im Internet eigentlich nichts mehr hinzuzufügen**). Das wichtigste Ergebnis brachte „Schulleiter“ Klaus Vogel im Vorwort der Dokumentation auf den Punkt:

Es wird auch deutlich, dass die Sommerschule ihrem Hauptziel, DAS Instrument der Qualitätsentwicklung im Lehrgangsbereich zu werden, wieder ein gutes Stück näher gekommen ist. Sie hat sich offensichtlich sogar erneut als Meilenstein der Programmentwicklung insgesamt bewährt: zahlreiche Medien wurden neu aufgelegt bzw. überarbeitet, erstmals Facebook und Twitter genutzt, die Infrastruktur der „Alten Bahnmeisterei“ nochmals erheblich verbessert und ich selbst war nur der „Schulleiter“ und hatte erstmals mit dem operativen Geschäft nichts zu tun (Ausnahmen bestätigen die Regel...).

Aber dann Ende Oktober 2009 aus Sydney zu hören, dass die Sommerschule inzwischen das weltweit bekannteste Angebot eines Nationalen Programmherausgebers ist: davon hätte im Februar 2004 in Mikkeli sicher niemand zu träumen gewagt!**)

 

*) Die Trainer waren auch die ersten, die nach dem Vorstand Anfang November Zugang zum neuen Intranet bekamen

**) www.jugendprogramm.de/go/6827

***) www.jugendprogramm.de/go/2702