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Vogel: „Das war ein Jahr!“

von der NETZWERK-Redaktion

Textnummer: 030002

Erstellt am 2007/10/21, zuletzt geändert am 2008/09/02

Am Rande des 16. Programmlehrgangs Ende Dezember in Donaueschingen führte das Redaktionsteam mit Bundeskoordinator Klaus Vogel ein Gespräch zum Thema „Jahresbericht 2001“. Aus den vielen im Datenblatt aufgeführten Einzelpunkte wurden dazu einige besonders wichtige ausgewählt.

Am Rande des 16. Programmlehrgangs Ende Dezember in Donaueschingen führte das Redaktionsteam mit Bundeskoordinator Klaus Vogel ein Gespräch zum Thema „Jahresbericht 2001“. Aus den vielen im Datenblatt aufgeführten Einzelpunkte wurden dazu einige besonders wichtige ausgewählt.

„Das war ein Jahr!“ Mit diesem Ausruf begann das Editorial des letzten E-Infos. Bist du froh, dass es vorbei ist?

Ich freue mich auf die kurze Zeit ohne Termine in den Weihnachtsferien. Natürlich war das Jahr 2001 sehr anstrengend, aber auch sehr erfolgreich. Bei allem Stress habe ich deshalb keine Minute darauf gehofft, dass es endlich vorüber ist. Das würde auch wenig Sinn machen, da es im neuen Jahr vermutlich nicht viel besser werden wird.

Was war das Besondere am Jahr 2001 – außer, dass es für dich besonders anstrengend war?

Vielleicht schon die Tatsache, dass es für viele andere Verantwortliche des Trägervereins ebenfalls sehr anstrengend war, nehmen wir nur die Teamer der mehr als zwei Dutzend Lehrgänge und Seminare oder die Leiter der über ein Dutzend internationaler Maßnahmen. Die Arbeitsteilung hat deutliche Fortschritte gemacht.

Im Editorial hast du vom „Jahr der Kooperation“ gesprochen.

Das Jugendprogramm lebt von der Kooperation, deshalb ist es wenig verwunderlich, dass dieser Aspekt immer eine besondere Rolle spielt. Im letzten Jahr gab es hier aber besonders große Erfolge.

Zum Beispiel?

Über die „Berlin International School“ ist es zum Beispiel gelungen, den britischen Botschafter für die Berliner Eröffnungsfeier zu gewinnen, über die Deutsche Turnerjugend den Präsidenten des Deutschen Turnerbundes für den neuen Bundesbeirat, und Outward Bound haben wir unser Pilotprojekt in der Uckermark zu verdanken. Der Pfadfinderbund Weltenbummler hat uns den ersten Auftritt beim Deutschen Pfadfinderbund ermöglicht und demnächst beim Bayerischen Jugendring, die Unesco-Projektschulen den ersten Programmlehrgang an einer Staatlichen Akademie für Lehrerfortbildung. Viele Erfolge in Baden-Württemberg wären ohne die Unterstützung durch das Kultusministerium nicht möglich gewesen, und viel weniger die schnelle Ausbreitung im Norden ohne den Kreisjugendring Pinneberg. Unser Intranet-Konzept haben wir in Zusammenarbeit mit dem finnischen Programm entwickelt – die Reihe ließe sich beliebig fortsetzen.

Gibt es auch neue Kooperationen?

In Baden-Württemberg hat hier in den letzten Wochen eine sehr überraschende Entwicklung eingesetzt: das Koordinationsbüro ist neuerdings als Kooperationspartner gesucht! So wurde mit der Jugendstiftung Baden-Württemberg eine Zusammenarbeit im Bereich Online-Magazin vereinbart, das Jugendnetz Baden-Württemberg will mit uns im Bereich Jugendbegegnung zusammenarbeiten und das Land im Bereich Schülermitverantwortung.

Was war der wichtigste Fortschritt im vergangenen Jahr?

Die Tatsache, dass der Teamerkreis endlich zu einer wirklichen Bundesinstitution geworden ist. Die Programmlehrgänge profitieren bereits erheblich von dieser erfreulichen Entwicklung und werden es in Zukunft noch viel mehr tun.

Warum?

Aus zwei Gründen. Einmal, weil der „Wissenspool“ durch die neuen Mitglieder und deren Erfahrungen noch mehr inhaltlichen und methodischen Input erhält. Zum anderen, weil einfach mehr Lehrgänge stattfinden und es entsprechend endlich auch mehr Möglichkeiten zum Ausprobieren gibt – sowohl was Inhalte und Methoden betrifft als auch in Bezug auf die einzelnen Teamer.

Ihr freut euch über die steigende Zahl der Programmlehrgänge?

Natürlich! In den Jahren, als wir pro Jahr noch einen einzigen Kurs durchführten, sind wir in Bezug auf die Qualität dieser Kurse kaum vom Fleck gekommen. Besser wurde es dann mit zwei jährlichen Kursen, richtig zufrieden sind wir erst in diesem Jahr, als wir erstmals drei Lehrgänge durchgeführt haben.

Welche Bedeutung haben die Jugendbegegnungen, die im vergangenen Jahr ja eine Rekordzahl erreicht haben?

Wir nutzen natürlich unsere Verbindungen, um jungen Leuten Erleben und Lernen auch im internationalen Kontext zu ermöglichen. Das allein würde aber den großen Aufwand, den wir in diesem Bereich treiben, nicht rechtfertigen.

Sondern?

Die Begegnungen sind für die beteiligten Erwachsenen eine Art „Jugendprogramm-Universität“ – ein Ausdruck, der übrigens in Osterburken von einem israelischen Gruppenleiter geprägt wurde. Wir setzen deshalb auch ausschließlich Mitglieder des Teamerkreises als Verantwortliche bei internationalen Maßnahmen ein.

Was war die wichtigste Veranstaltung im Jahr 2001?

Das 2. Bundestreffen in Barmstedt und Elmshorn. Die Veranstaltung war so gut, dass das Bundestreffen seit dem fast zum Selbstläufer geworden ist und wir uns um die Besucherzahlen für „Kröchlendorff 2002“ keine Gedanken mehr machen müssen.

„Nichts ist so gut, als dass man es nicht besser machen könnte“ – Zitat Klaus Vogel...

Richtig. Ich verweise aber auch gerne darauf, das Rom auch nicht an einem Tag erbaut wurde! Aber ihr habt natürlich Recht. Das zweite Bundestreffen war bereits anders als das erste, das dritte wird anders sein als das zweite, und für das vierte im Jahr 2003 steht meines Erachtens eine Reihe von Veränderungen an.

Zum Beispiel?

Für ein Treffen auf Bundesebene ist mit dem jetzigen Design einfach viel zu wenig Zeit für Information, Austausch und Diskussion – und davon lebt die Qualität des Programms. Meines Erachtens werden wir nicht darum herum kommen, den Freitag voll in das Programm einzuplanen – und ich denke, dass wir bis zum Frühjahr 2003 so weit sind, dass dies ohne Rückgang der Besucherzahlen realisierbar sein wird.

Ein wichtiges Aufgabengebiet sind Arbeitshilfen und Publikationen. Was gab es Neues?

Zunächst die Tatsache, dass der AwardShop im Januar an die Nikolauspflege nach Stuttgart umgezogen ist und dadurch das Koordinationsbüro deutlich entlastet wurde. Es gab zwölf neue Ausgaben des E-Info, die 3. Auflage der Leitermappe und vor allem die 2. Auflage der Helferblätter. Bei den neuen PR-Artikeln sind die Lesezeichen besonders beliebt. In Arbeit ist eine neue Ausgabe der Teamermappe.

Auch im Bereich Öffentlichkeitsarbeit gab es Erfolge. Welches war der wichtigste?

Die Entwicklung von NETZWERK ONLINE zu unserer neuen Visitenkarte. Die Kooperation mit der Jugendstiftung Baden-Württemberg, die Aufnahme in KABI-Online und zahlreiche andere Internet-Portale und vieles andere mehr ist unserem Online-Magazin zu verdanken, das in der deutschen Jugendarbeit tatsächlich einzigartig ist. Obwohl diese Auswirkung überhaupt nicht geplant war, freuen wir uns natürlich sehr darüber.

Dafür ist aber die Zeitschrift NETZWERK auch im Jahr 2001 nicht erschienen.

Das wird leider auch so bleiben, bis wir uns die Herstellung durch Profis leisten können. Die sechs Wochenenden, die wir für Endredaktion und Satz benötigen – Texte und Fotos sind ja da! – haben wir einfach nicht mehr.

Was war in diesem Bereich noch wichtig?

Wichtig war die Fertigstellung der Grundstufe der „Bambus-Ausstellung“ zum 2. Bundestreffen. Wir greifen seither regelmäßig darauf zurück und werden sie in Kröchlendorff nochmals gehörig erweitern und im Herbst bei „Erleben und Lernen“ in Augsburg einsetzen. Stolz sind wir über die zahlreichen Veröffentlichungen zum Internationale Jugendprogramm, besonders über den Beitrag im Schulinfo des Kultusministeriums Baden-Württemberg.

Gab es im vergangenen Jahr Überraschungen?

Sehr unangenehme – der Tod von Matti Telemäki im Frühjahr und von Jacques Baladou im Herbst. Gefreut haben wir uns zum Beispiel alle über die Lektion zum „Duke of Edinburgh’s Award“ im Englischbuch „Go Ahead“, die völlig ohne unser Zutun entstanden ist.

Wo so viel Licht ist, gibt es bestimmt aber auch Schatten.

Mehr als genug!

Mit was bist du am wenigsten zufrieden?

Damit, dass es trotz aller Bemühungen um die Qualitätssicherung immer noch Anbieter gibt, an denen diese offensichtlich vorbei gehen und die ihre Lizenzverpflichtungen nicht ernst nehmen. Das reicht vom Besuch des Programmlehrgangs über die Abgabe der Jahresstatistik bis zur Einhaltung der Standards im Programmteil Expeditionen.

Die Qualitätssicherung ist doch aber schon seit längerer Zeit das Hauptanliegen des Vereinsvorstands.

Richtig, und wenn man das Maßnahmenpaket von 1999 mit der heutigen Situation vergleicht, sind doch hier gerade hier auch die entscheidenden Fortschritte zu verzeichnen: Leitungslehrgang und neuer Programmlehrgang, AwardShop, Begleitheft, Teamerkreis, Bundestreffen, Dokumentationen, Fotowettbewerb, „Jugendprogramm-Uni“, Leitermappe, NETZWERK ONLINE, Programmausschuss und so weiter. Oder nehmen wir den Erfolg der Weltenbummler, die es als erster Jugendverband geschafft haben, das Programm von der fernen Bundesspitze in Gruppen in mehreren Bundesländern fest zu installieren. Aber je besser ein System wird, desto mehr fallen halt die Ausreißer ins Gewicht.

Was ist dir im nächsten Jahr am wichtigsten?

Diese „weißen Flecken“ auf der Qualitätskarte des Internationalen Jugendprogramms zu beseitigen.