Kooperation für die Jugend: Jugendprogramm und Unternehmen
von Klaus Vogel
Textnummer: 130003
Erstellt am 2005/01/09, zuletzt geändert am 2008/09/02
„Unternehmen gehören zu den wichtigsten Partnern des Internationalen Jugendprogramms. Sie können selbst bei der Programmdurchführung mitarbeiten oder diese finanziell oder mit anderen Mitteln unterstützen“. Das wusste NETZWERK bereits Anfang 1995...
„Unternehmen gehören zu den wichtigsten Partnern des Internationalen Jugendprogramms. Sie können selbst bei der Programmdurchführung mitarbeiten oder diese finanziell oder mit anderen Mitteln unterstützen“. Das wusste NETZWERK bereits Anfang 1995...
1. Das Jugendprogramm in Unternehmen
Da Unternehmen in der Regel junge Leute im fraglichen Altersbereich beschäftigen und für deren Entwicklung Verantwortung übernehmen, gehören sie wie Schulen, Jugendgruppen und Heime zu den Institutionen, die mit dem Jugendprogramm selbst arbeiten bzw. Teilnehmern bei der Programmdurchführung helfen können. Hierzu bieten sich eine ganze Reihe von Möglichkeiten, z.B.:
Das Unternehmen wird selbst Programmanbieter. Dazu gehört, dass es mindestens zwei geeignete Erwachsene benennt, die für die Arbeit mit dem Programm verantwortlich sind, dass Betätigungsmöglichkeiten und Betreuer in den Programmteilen ausfindig gemacht werden und daß auf dieser Grundlage Werbung z.B. im Ausbildungsbereich für die Teilnahme gemacht wird.
Das Unternehmen bietet selbst Möglichkeiten für Programmteilnehmer (z.B. Computer, Werkstatt, Betreuer). Dazu muss das Unternehmen nicht selbst Programmanbieter sein – es kann seine Ressourcen auch Mitarbeitern, die woanders als Teilnehmer registriert sind bzw. externen Teilnehmern bieten.
Das Unternehmen bietet Räumlichkeiten und/oder Helfer für ein lokales oder regionales „Open Award Center“. Auch hierzu muss es nicht selbst Programmanbieter sein.
Das Unternehmen unterstützt das Programm in der Öffentlichkeit.
Die Liste kann natürlich weiter fortgesetzt bzw. differenziert werden. Die Vorschläge können einzeln oder auch in Verbindung miteinander umgesetzt werden.
Für Arbeitgeber wie für jugendliche Arbeitnehmer ergeben sich durch das Programm eine Reihe von Vorteilen:
Das Programm ergänzt die normale schulische und betriebliche Ausbildung, indem es über ein breites Spektrum an Aktivitäten Möglichkeiten für Teamwork, Engagement und Durchhaltevermögen bietet. Die Arbeit mit dem Programm erfordert Unternehmungsgeist und Initiative – immer wichtiger werdende Mitarbeiter in modernen Unternehmen.
Da die Aktivitäten in der Freizeit durchgeführt werden, zeigen die jungen Leute in einem besonderen Umfang Engagement über ihre Arbeit und Ausbildung hinaus.
Beim Jugendprogramm geht es um Ausdauer und die Weiterentwicklung von Fähigkeiten junger Leute. Erfolgserlebnisse beim Jugendprogramm fördern das Selbstvertrauen, das die jungen Leute für die Bewältigung von Aufgaben im Unternehmen benötigen. Vor allem bei den Expeditionen müssen die jungen Leute für eine bestimmte Aufgabe im Team zusammenarbeiten. Sie müssen dabei selbständig denken und handeln, müssen ihre und ihrer Gruppenmitglieder Stärken und Schwächen berücksichtigen und auf dieser Grundlage versuchen, das Ziel zu erreichen – wichtige Fähigkeiten auch im Unternehmen.
Unternehmen dehnen ihre Angebote für das Jugendprogramm oft auch auf externe Teilnehmer aus, die sonst keine entsprechenden Betätigungsmöglichkeiten hätten. Dies fördert in erheblichem Umfang die Beziehung zwischen Unternehmen und Bevölkerung.
Das Programm bietet Erwachsenen und jungen Leuten die Möglichkeit zu partnerschaftlicher Kooperation, indem sich in einem gemeinsamen Interessensgebiet austauscht und für ein gemeinsames Ziel zusammenarbeitet.
Selbstvertrauen sowie Problemlösungs- und Teamfähigkeiten sind Eigenschaften, die Unternehmen nicht nur bei der Einstellung, sondern auch bei der Weiterbildung berücksichtigen.
2. Unterstützung für das Jugendprogramm
Unabhängig davon, ob das Programm selbst angeboten bzw. Programmteilnehmern Helfer, Geräte oder Räume zur Verfügung gestellt werden, besteht für Unternehmen vielfältige Möglichkeit, das Jugendprogramm finanziell oder materiell zu unterstützen. In der gegenwärtigen Aufbauphase, wo das Jugendprogramm erst an wenigen Orten präsent ist, wird diese Art der Unterstützung durch Unternehmen, die Bedeutung und Wert des Projektes erkannt haben, die Regel sein. Mögliche Adressaten der Förderung sind:
der Trägerverein;
regionale und lokale Projekte;
Programmanbieter.
Während der Trägerverein vor allem (aber nicht nur) für überregionale Partner von Interesse ist und regionale bzw. lokale Projekte für im gleichen Bereich tätige Unternehmen, ist dies bei den Programmanbietern, die es ja von der Orts- bis zur Bundesebene gibt, unterschiedlich. Unterstützungsmöglichkeiten für den Trägerverein sind:
finanzielle Unterstützung durch jährlichen Betrag;
Festfinanzierung von Mitarbeiterstellen;
Festfinanzierung von Büroräumen;
Projektfinanzierung (z.B. Zeitschrift, Infodienst, Handbuch, Begleithefte, andere Literatur, Ausbildungs-Folien, Videos, Ausstellung, Plakate, Aufkleber und andere Werbemittel);
leihweise Überlassung von Firmenprodukten wie PKW's, Computer;
Nutzungsmöglichkeit von Firmen-Ressourcen wie Grafik- und Werbeabteilung, Druckerei, Ausbildungszentren, Tagungsräume, Sondertarife bei Fluggesellschaften;
Vermittlung von Kontakten z.B. zu anderen Firmen, staatlichen Stellen, Verbänden und Medien;
Jugendprogramm-PR in Firmenmedien und sonstigen Publikationen.
Einige der aufgeführten Punkte lassen sich direkt auch auf andere Adressaten übertragen. Dort können auch alle praktischen Maßnahmen von Jugendlichen gefördert werden, z.B. Expeditionen und Gemeinschaftsprojekte (z.B. im Ausland oder in internationalen Gruppen) oder Umwelt- und handwerkliche Projekte.
Unternehmen, die das Jugendprogramm unterstützen, fördern dadurch ein international renommiertes Projekt, das z.B. von der UNESCO unterstützt wird. Hier in Deutschland bedeutet die Förderung darüber hinaus Hilfe für ein noch junges, sehr aktives und viel versprechendes Pilotprojekt, mit schnell feststellbaren Resultaten. Seiner Philosophie entsprechend steht dieses Projekt bereits jetzt mit einer Vielzahl wichtiger staatlicher und privater Organisationen und Stellen in Verbindung und erreicht über die steigende Zahl von Programmanbietern eine hohe Zahl von Jugendlichen.
Den vielseitigen und umfangreichen Aktivitäten von Trägerverein und Programmanbieter entsprechen ebenso viele Darstellungsmöglichkeiten von Sponsoren, z.B. mit ihrem Firmenlogo:
Publikationen des Trägervereins bzw. regionaler und lokaler Projekte (Briefpapier, Zeitschrift, Infodienst, Handbuch, andere Literatur, Ausbildungs-Folien, Plakate, Videos);
Jugendprogramm-Werbeträger wie Sweat-Shirt, Taschenkalender, Mützen etc.;
Wanderausstellung des Trägervereins, die z.B. bei Verleihungsfeiern, Verbandstagungen und Großveranstaltungen zum Einsatz kommt;
PKW's des Trägervereins.
Außerdem kann der Trägerverein bzw. die regionale oder lokale Projekte in Gesprächen, Interviews und Presseveröffentlichungen auf die Kooperation und Unterstützung verweisen. Besonders interessant ist die öffentlichkeitswirksame jährliche zentrale Verleihungsfeier des Trägervereins mit ihren hochrangigen Gästen aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik, ggf. sogar aus dem britischen Königshaus.
Quelle: NETZWERK 1/1995



