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Programmteile Talente: Grundlagen

Das Internationale Jugendprogramm e.V.

Textnummer: 137802

Erstellt am 2005/04/02, zuletzt geändert am 2008/09/02

Zielsetzung des Programmteils Talente ist es, die Entdeckung und Entwicklung persönlicher Interessen sowie sozialer und praktischer Fertigkeiten zu fördern.

Zielsetzung des Programmteils Talente ist es, die Entdeckung und Entwicklung persönlicher Interessen sowie sozialer und praktischer Fertigkeiten zu fördern.
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Grundsätze

Dieser Programmteil soll junge Leute dazu anregen, interessante und sinnvolle Beschäftigungen aus einem breiten Spektrum praktischer, kultureller und sozialer Aktivitäten aufzugreifen und weiterzuverfolgen.

Dabei kann es sich um ein fortdauerndes, sich entwickelndes Interesse an einer Aktivität handeln, das Studium eines Themas, das für den Teilnehmer von persönlichem Interesse ist oder eine bestimmte Aufgabe, die auszuführen und abzuschließen ist.

Ziel ist nicht nur die Entwicklung von Fähigkeiten und Fertigkeiten, sondern auch der Kontakt mit erfahrenen Erwachsenen. Dies kann durch die Mitgliedschaft in einem Verein oder einer Gruppe, oder durch die große Zahl von Einzelpersonen mit entsprechendem Sachverstand geschehen, die im Gemeinwesen zur Verfügung stehen.

Die jungen Leute sollten die Möglichkeit haben, neue Talente zu entdecken und eine fortdauernde Verpflichtung einzugehen.

 

Chancen für junge Leute

Obwohl die gebotenen Chancen im einzelnen von der Wahl der Aktivität abhängen, sollte der Programmteil Talente jungen Leuten Gelegenheit bieten:

  • durch die Arbeit an der Seite von begeisterten Erwachsenen, die freiwillig Talente und Wissen in einer bestimmten Aktivität mit den jungen Leuten teilen, soziale und praktische Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entwickeln;

  • durch die Teilnahme an den verschiedenen Aktivitäten, den Kontakt mit dem örtlichen Netzwerk und den Aufbau von Beziehungen zu Erwachsenen und Gleichaltrigen, neue Leute kennenzulernen;

  • durch die eigenverantwortliche Planung und Bereitstellung von Zeit und Ressourcen entsprechend der Anforderungen lernen, sich selbst zu organisieren;

  • zu entdecken, wie durch Kommunikation mit dem Ausbilder, die Benutzung des Handbuchs und anderer Literatur, durch Herstellen entsprechender Kontakte im Gemeinwesen und das Aufspüren anderer Hilfsquellen, Informationen beschafft werden können;

  • etwas Neues auszuprobieren, besonders auf der Silber- und Goldstufe. Auf der Bronzestufe kann es angebracht sein, ein bestehendes Hobby oder Interesse weiterzuverfolgen, wenn dies den Jugendlichen ermutigt, am Programm überhaupt teilzunehmen;

  • durch die Absprache eines Programms, das eine angemessene Herausforderung darstellt, und die Reflexion des Erreichten, wirkliche Fortschritte zu machen;

  • über die neuen Beziehungen zu ihnen, ihr Fachwissen, ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten und das Teilen eines gemeinsamen Interesses zu lernen, welchen Spaß die Arbeit mit Erwachsenen machen kann;

  • durch Aneignen von Wissen, Üben von Fertigkeiten und Erreichen eines gewissen Grades der Kompetenz, Fähigkeiten zu entwickeln;

  • durch die Beschäftigung mit einer neuen herausfordernden Aktivität, neue Talente zu entdecken und das Selbstwertgefühl zu steigern.

 

Anforderungen

Gefordert sind individuelle Fortschritte und anhaltendes Interesse über einen bestimmten Zeitraum. Dadurch soll ein tieferes Wissen in Bezug auf den Gegenstand und ein angemessener Grad des Könnens erreicht werden.

 

Tätigkeitsarten

Der Programmteil Talente bietet jungen Leuten eine große Auswahl, je nach ihren persönlichen Vorlieben, Fähigkeiten und den örtlich zugänglichen Möglichkeiten. Bei der Tätigkeit kann es sich um ein bereits vorhandenes Interesse oder etwas für den Teilnehmer vollständig Neues handeln.

Es stehen über 200 Tätigkeiten zur Auswahl, eine Liste findet sich am Kapitelende. Dabei wurden bereits zahlreiche Querverweise aufgenommen. Ist jedoch eine bestimmte Aktivität nicht zu finden, kann sie durchaus unter einer anderen Bezeichnung aufgeführt sein. So ist z.B. „Magie“ unter „Zaubern“ und „Sternenbeobachtung“ unter „Astronomie“ aufgelistet.

Im Handbuch wird lediglich eine Auswahl von Beispielsprogrammen beschrieben. Eine umfangreichere Sammlung findet sich in der Loseblattsammlung Skills Programmes.

Aus praktischen Gründen sind die Tätigkeiten unter folgenden Gruppen zusammengefaßt:

  • Alltag

  • Entspannung und Erholung

  • Graphische Künste

  • Handarbeit

  • Handwerk und Technik

  • Kommunikation

  • Musik

  • Natur

  • Sammlungen und Studien.

Ein allgemeines Programm für jede dieser Gruppen wird im Abschnitt „Programme“ dargestellt.

 

Die Bedingungen im Überblick

Die Teilnehmer wählen eine Tätigkeit und üben diese während der folgenden Mindestzeiten aus:

BRONZE: 6 Monate

SILBER: Direkteinstieg: 12 Monat, wenn Bronze bereits abgeschlossen: 6 Monate

GOLD: Direkteinstieg: 18 Monate, wenn Silber bereits abgeschlossen: 12 Monate.

 

Die Bedingungen im einzelnen

Es kann vorkommen, daß wegen besonderer Umstände, wie z.B. schulische Prüfungen, Teilnehmer ihre Aktivität für eine gewisse Zeit unterbrechen müssen. So ist es z.B. für Teilnehmer der Bronzestufe nicht ungewöhnlich, daß sie trotz einer Mindestzeit von nur sechs Monaten insgesamt zwölf Monate für den Programmteil Talente benötigen.

Unter bestimmten Umständen, wie z.B. einer unbefriedigenden Wahl, dem Fehlen von Einrichtungen oder dem Umzug des Ausbilders oder des Teilnehmers, kann die Aktivität einmal im Verlauf einer Programmstufe geändert werden. Zwei verschiedene Aktivitäten dürfen aber immer nur nacheinander (mit möglichst kurzer Unterbrechung) und nie gleichzeitig ausgeübt werden.

Tätigkeiten in Schule, Ausbildung oder Beruf sind nicht ausgeschlossen. Die Teilnehmer müssen aber den Nachweis von zusätzlichem freiwilligen Einsatz in ihrer Freizeit liefern.

Für die Aktivitäten sind keine festen Stundenzahlen vorgegeben, es wird jedoch während des gesamten Zeitraums regelmäßiger Einsatz in der Freizeit verlangt.

Der Teilnehmer kann die Tätigkeit sowohl für sich allein als auch als Mitglied einer Gruppe ausüben. Wissen und Erfahrung können durch die Teilnahme an einem Kurs oder auch durch persönliche Nachforschungen erworben werden.

 

Programmbeispiele

Die ausgearbeiteten Programmbeispiele zu den einzelnen Betätigungsmöglichkeiten sind als Hilfestellung für Teilnehmer und erwachsene Helfer gedacht. Sie sind nicht verbindlich. So gibt es z.B. keinen Grund, die Tätigkeit der Teilnehmer auf irgendeinen Teil des Beispiels einzugrenzen. Die Teilnehmer starten auf ihrem individuellen Wissens- und Erfahrungsniveau und können ihre Tätigkeit so weit oder so eng gestalten, wie sie es wollen. Zugehörige soziale, historische und kulturelle Aspekte müssen jedoch abgedeckt werden.

Sicherheitsvorschriften für die Tätigkeiten sind fettgedruckt und müssen immer eingehalten werden.

Um die Differenzierung nach Vorwissen und Vorerfahrung zu erleichtern, sind die meisten Beispiele in drei Teile für Anfänger, Teilnehmer mit Vorkenntnissen und Fortgeschrittene gegliedert. Der Vorschlag für Anfänger ist nicht unbedingt für die Bronzestufe geeignet, wenn der Teilnehmer schon sehr gut mit der Aktivität vertraut ist. Umgekehrt kann ein Teilnehmer auf der Goldstufe, der mit etwas ganz Neuem beginnt, mit dem Anfängerprogramm einsteigen.

Die Teilnehmer werden dazu ermutigt, ihre eigene Wahl zu treffen. Eine Beratung sollte aber besonders dann erfolgen, wenn es für sie von Vorteil wäre, mit einer neuen Aktivität zu beginnen.

 

Entwicklung neuer Tätigkeitsprogramme

Ist eine gewählte Aktivität trotz gründlicher Suche im Index (auch unter anderer Bezeichnung) nicht aufzufinden, kann nach einer der folgenden Methoden ein neues Tätigkeitsprogramm entwikkelt werden:

1. Die Aktivitäten des Programmteils Talente sind in neun Gruppen gegliedert. Für jede dieser Gruppen wurde ein allgemeines Programm entwickelt, das weiter unten zu finden ist. Mit dem entsprechenden allgemeinen Programm als Orientierung kann nun der Ausbilder oder eine in der Aktivität sachkundige Person in Zusammenarbeit mit dem Teilnehmer ein Tätigkeitsprogramm entwickeln. Das Programm muß

  • eine bestimmte Aktivität als Schwerpunkt haben und darf keine Mischung verschiedener „Probierhäppchen“ sein;

  • Fähigkeit und Erfahrung des Teilnehmers entsprechen;

  • schrittweise vorgehen und dem Teilnehmer erlauben, Leistung über einen bestimmten Zeitraum zu zeigen;

  • die notwendigen Hinweise zu Sicherheits- und Rechtsfragen enthalten.

2. Themen aus mehr als einem Tätigkeitsprogramm können verbunden werden, um so ein individuelles Programm zu bilden. Diese Verbindung muß selbst wieder ein bestimmtes Thema als Brennpunkt besitzen und muß ein inhaltlich ausgewiesenes, schrittweise vorgehendes Programm als Ergebnis haben.

3. Paßt kein allgemeines Programm und führt auch keine Kombination zum Ziel, kann ein neues Programm nach dem Standardformat (Anfänger, Teilnehmer mit Vorkenntnissen, Fortgeschrittene) entwickelt werden. Das neue Programm muß vor Beginn vom Koordinationsbüro genehmigt werden.

 

Ausbildung und Gutachten

Ausbildung und Gutachten sollten von erwachsenen Helfern durchgeführt werden, die in der gewählten Aktivität oder dem gewählten Thema sachkundig und erfahren sind. Ausbilder und Gutachter müssen vom Programmanbieter anerkannt, für die Arbeit mit jungen Leuten geeignet sein und den nötigen Sachverstand und die nötige Sachkenntnis und Begeisterung haben, die Teilnehmer bei ihrer Arbeit anzuleiten und motivieren zu können.

Ausbilder und der Gutachter können dieselbe Person sein. In manchen Fällen jedoch, speziell auf der Goldstufe, ist aber ein unabhängiges Gutachten wünschenswert.

Kriterien für das Gutachten sind

  • Einsatz

  • Ausdauer

  • Fortschritte

über den vorgeschriebenen Zeitraum.

Die Teilnehmer müssen auch über ein gewisses Verständnis der praktischen, sozialen und kulturellen Aspekte der von ihnen gewählten Aktivität oder des von ihnen gewählten Themas verfügen. Gruppenaktivitäten sind in Bezug auf den Beitrag des einzelnen zu Planung, Durchführung und Abschluß zu beurteilen.

Ein Teilnehmer hat diesen Programmteil erfolgreich abgeschlosen, wenn der Gutachter sich nach Rücksprache mit dem Ausbilder davon überzeugt hat, daß

  • in erheblichem Umfang echte Freizeit investiert wurde;

  • die Tätigkeit während des geforderten Zeitraums regelmäßig ausgeübt wurde;

  • im Rahmen der persönlichen Möglichkeiten ausreichender Einsatz geleistet und individuelle Fortschritte gemacht wurden.

 

Begleithefte

Das Begleitheft stellt die Erfahrungen und Leistungen eines jungen Menschen dar. Die Eintragungen sollten deshalb persönlich, positiv und ermutigend sein. Dargestellt werden immer Erfolg und Leistung und nie Mißerfolg.

Falls der Gutachter mit einem Teilnehmer nicht zufrieden ist, muß der Jugendliche über die Gründe informiert werden. Ein Eintrag in das Begleitheft wird erst vorgenommen, wenn die Bedingungen erfüllt sind.

Start- und Abschlußdatum sind ebenfalls einzutragen. Dabei ist wichtig, daß als Schlußdatum der Tag angegeben wird, an dem das Gutachten tatsächlich abgeschlossen wurde.

Beispiel 1

Stufe: Bronze

Aktivität: Theater spielen

Zeit: 15.09.1995 – 30.06.1996

Bericht: Thorsten hat sich der örtlichenTheatergruppe angeschlossen undbei Proben und Vorführungen begeistert mitgemacht. Zusätzlichhat er an einem Wochenendseminarzum Theaterspielen engagiert teilgenommen. Thorsten hatte vorBeginn seiner Arbeit noch keineBühnenerfahrung und hat sich indieser Zeit zu einem kompetentenund wichtigen Gruppenmitglied entwickelt.

Beispiel 2

Stufe: Silber

Aktivität: Holzarbeiten

Zeit: 15.09.1995 – 15.09.1996

Bericht: Anke, eine Silber-Absolventin, hat sich das Thema Holzarbeiten im Anschluß an einen entsprechenden Kurs (AG) an der Schule ausgesucht. Sie erstellte ein sehr schönes Heft mit Plänen, Zeichnungen und verwendeten Techniken und zahlreiche gelungene einfache Möbelstücke, darunter ein Bücherregal und einen Zeitungsständer für den Jugendprogramm-Gruppenraum.