Gedanken zur 20. Mitgliederversammlung
von Klaus Vogel
Textnummer: 710602
Erstellt am 2011/02/18, zuletzt geändert am 2011/02/19
Alles hat seine Zeit, auch für mich. Gerade weil mir das Programm so am Herzen liegt, müssen im 60. Lebensjahr beim Trägerverein die Weichen noch deutlicher auf die „Zeit danach“ gestellt werden. Das bedeutet insbesondere die Einleitung des nächsten Schritts: die Beendigung der Personalunion von Vereinsvorsitzendem und Programmkoordinator.
von Klaus Vogel
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Alles hat seine Zeit, auch für mich. Gerade weil mir das Programm so am Herzen liegt, müssen im 60. Lebensjahr beim Trägerverein die Weichen noch deutlicher auf die „Zeit danach“ gestellt werden. Das bedeutet insbesondere die Einleitung des nächsten Schritts: die Beendigung der Personalunion von Vereinsvorsitzendem und Programmkoordinator.
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Die Mitgliederversammlung bietet Programmanbietern und Anbieterstellen jährlich die Gelegenheit, den Blick einmal hinter die Dienstleistungen zu sehen, die mein Team in überwiegend ehrenamtlichem Einsatz Tag für Tag, Woche für Woche und Jahr für Jahr erbringt – die Aufmerksamkeit von den „Produkten“ auf die Werkstatt und die Menschen zu richten, die diese Ergebnisse ermöglichen. Ich selbst erhalte durch die Treffen die Chance, mich über die Weihnachtsfeier hinaus auch förmlich bei meinen Leuten für ihren unglaublichen Einsatz zu bedanken. „Du kannst mehr als du glaubst!“: wer wüsste das besser als meine Mitstreiter im Vereinsvorstand – und ich weiß es auch…
Kurt Hahn, vom dem unser Motto stammt, wurde am 5. Juni 1886, d.h. vor 125 Jahren, in Berlin geboren. Für den Trägerverein war es keine Frage, dieses Jubiläum im Rahmen der 6. Internationalen Sommerschule zu feiern, da diese Maßnahme seit ihrer Einführung ganz dem Erfinder des Duke of Edinburgh’s Award gewidmet ist. Wir haben aber auch allen Grund zum Feiern, da dank Handbuch und Grundlehrgang die Hahnsche „Philosophie“ beim deutschen Programm seit der Gründung nichts von ihrer Bedeutung verloren hat, sondern im Gegenteil von immer mehr Verantwortlichen verstanden und als Leitlinie für die Gestaltung der Teilnahmeprogramme dient.
Alles hat seine Zeit, auch für mich. Gerade weil mir das Programm so am Herzen liegt, müssen im 60. Lebensjahr beim Trägerverein die Weichen noch deutlicher auf die „Zeit danach“ gestellt werden. Die Erfolge, die in dieser Hinsicht im vergangenen Jahr beim Grundlehrgang und bei der Online-Verwaltung wurden, dienen nun als Grundlage für die Einleitung des nächsten Schritts: die Beendigung der inzwischen achtjährigen Personalunion von Vereinsvorsitzendem und Programmkoordinator. Die Änderungen von Satzung und Geschäftsordnung liefern dafür nur den rechtlichen Rahmen – praktisch wird es darauf ankommen, Infrastruktur und Dienstleistung konsequent auseinander zu halten.
Ich bin mir sicher, dass uns bei dieser Strategie das EFQM-Modell, mit dem wir uns nun schon anderthalb Jahre intensiv auseinandersetzen, eine große Hilfe sein wird. Wir haben uns sehr über die so positive Rückmeldung von Alan Jones (vgl. NETZWERK-Artikel) zur Verwendung des Modells als Grundlage des Leitungslehrgangs gefreut und sind guter Dinge, dass es uns gemeinsam gelingen wird, einen internationalen „Management Course“ auf den Weg zu bringen. Viel wichtiger noch als dieses wäre es, wenn auch das Weltprogramm weiterhin in diesem Bereich nicht nur aktiv bliebe, sondern die Entwicklungsschritte der „Eine-Programm-Allianz“ immer auf das Modell beziehen würde.
Auf nationaler Ebene haben wir aus vielen Enttäuschungen in den vergangenen Jahren gelernt, dass uns vorläufig kein „großer Bruder“ als finanzieller Unterstützer aus der Patsche helfen wird, sondern wir auch in der nächsten Zeit mehr oder weniger auf uns selbst gestellt bleiben werden. Wir müssen froh sein, dass es uns gelingt, im Büro die Zweistundenstelle von Iris Dikel zu finanzieren, die dort seit drei Jahren hervorragende Arbeit leistet – der Rest, d.h. fast alles, bleibt ehrenamtlich. Zeit für ein echtes Marketing des Programms durch den Trägerverein bleibt so nicht – alle Ressourcen werden für die Entwicklung von „Leuchttürmen“ benötigt, über die als Kristallisationskerne sich das Programm in den nächsten Jahren hauptsächlich ausbreiten wird.
In Bezug auf die Vergrößerung des Mitarbeiterteams kann die 20. Mitgliederversammlung nur festschreiben, was im Jahr 2010 mit der Gründung neuer Ressorts für Expeditionen, Gold-Netzwerk und Beratung bereits in die Wege geleitet wurde. Dass nur noch drei der insgesamt acht ehrenamtlichen Teammitglieder in Osterburken wohnen (die anderen in München, Heidelberg (2), Karlsruhe und Tübingen), zeigt, dass enge und erfolgreiche Zusammenarbeit dank des Internet auch über große Entfernung möglich ist – und dass inzwischen eigentlich jeder die Möglichkeit hat, unsere „Einladung zum Mitmachen“ anzunehmen. Zu den Satzungsänderungen gehört deshalb auch die Einführung von „Online-Versammlungen“ aller Vereinsorgane, die gerade für eine bundesweite Organisation gute neue Möglichkeiten bieten.
Angesichts knapper Ressourcen sehe ich – von Zufallstreffern abgesehen – nur über eine derartige Verstärkung unserer Mitarbeiterbasis eine realistische Chance für neue Partnerschaften und Ressourcen. Unser Hauptaugenmerk in den nächsten Jahren muss dagegen der Entwicklung der bereits vorhanden Kooperationen und der noch effektiveren Nutzung der vorhandenen Ressourcen gelten. Angesichts der breiten Palette an kostenlosen Arbeitshilfen und Medien, die wir per Internet bereitstellen, ist die bescheidene Erhöhung des Anbieterbeitrags mehr als gerechtfertigt. Viel wichtiger ist, dass in den letzten Monaten auch endlich das neue Handbuch aus seinem Schattendasein erwacht ist und inzwischen neben dem zugedachten inhaltlichen auch den notwendigen finanziellen Beitrag leistet.
Wichtigster neuer interner Prozess ist die in der „Winterpause“ bewerkstelligte Einführung eines leistungsfähigeren elektronischen Buchhaltungssystems verbunden mit dem Umstieg auf die doppelte Buchführung. Die Umstellung wird uns auch noch das ganze Jahr 2011 beschäftigen, und eine richtige Bilanz wird wohl frühestens 2012 leistbar sein – aber die in diese Arbeit investierten Weihnachtsferien von Vorsitzendem und Schatzmeister haben sich auch nach Ansicht der Kassenprüfer gelohnt. Manch einer mag bei einem Umsatz von 150.000 Euro lächeln – aber vom richtigen Umgang mit diesen Mitteln hängt nichts weniger als die Zukunft des deutschen Programms ab! Die Palette der externen Prozesse wurde in NETZWERK und in den Anbieter-Rundschreiben ausführlich dargestellt und reicht von der Ausbildung von Multiplikatoren über die Begleitung von Pilotprojekten bis zur Vor-Ort-Beratung.
Das Jahr 2011 hat mit der Gold-Verleihfeier in Schwäbisch Gmünd, der „Winterschule“ in Elmshorn und dem von Karsten geleiteten Programmlehrgang in Luxemburg ebenso erfolgreich begonnen, wie das Jahr 2010 mit der verlegten 19. Mitgliederversammlung und vor allem dem Beraterlehrgang abgeschlossen wurde. Ich hoffe und wünsche, dass das auch so weitergeht und wir auch in diesem Jahr unser Motto „Du kannst mehr als du glaubst!“ vorleben können. Das wäre ein wichtiger Schritt für die endgültige Weichenstellung und die Neuwahlen bei der 21. Mitgliederversammlung 2012.



