Thesenpapier: Internationales Jugendprogramm und Jugendfeuerwehr
von Klaus Vogel
Textnummer: 147500
Erstellt am 2009/01/04, zuletzt geändert am 2009/01/04
In dem vom Dezember 1993 datierenden Grundsatzdokument wird die Strategie der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg zum Aufbau einer deutschen Ausgabe des International Award for Young People beschrieben.
von Klaus Vogel
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In dem vom Dezember 1993 datierenden Grundsatzdokument wird die Strategie der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg zum Aufbau einer deutschen Ausgabe des International Award for Young People beschrieben.
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1.
Das Internationale Jugendprogramm ist ein hervorragendes, den pädagogischen Zielsetzungen des Bildungsprogramms entsprechendes Angebot für die besonders anspruchsvolle und im Zuge des Ansturms jüngerer Jahrgänge etwas vernachlässigten Gruppe der Jugendfeuerwehrangehörigen im Jugendlichenalter. Es eignet sich aber genausogut für in der Jugendfeuerwehr als Gruppenleiter und -leiterinnen aktive junge Erwachsene bzw. junge Feuerwehrangehörige; für diese beiden Gruppen wird mit dem Programm erstmals überhaupt ein spezielles, ihren Bedürfnissen entsprechendes praktisches Angebot gemacht. Es fördert die Vernetzung der Jugendarbeit vor Ort und bietet wegen seiner Internationalität viele Möglichkeiten internationaler, insbesondere europäischer Zusammenarbeit. Für Ausbilder, Teamer aber auch überörtliche Funktionsträger ist das Programm eine gute Möglichkeit praktischer Jugendarbeit.
2.
Die Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg bietet das Programm ab sofort für den gesamten Altersbereich zwischen 14 und 25 Jahren an; dies wird in den Aufgabenkatalog in § 2 Abs. 4 der Jugendordnung übernommen. Sie wirbt für das Programm bei Länderjugendfeuerwehren und Deutscher Jugendfeuerwehr, insbesondere durch Praxiberichte für das Lauffeuer, aber auch im Arbeitskreis humanitärer Organisationen und beim Landesjugendring (Info). Sie setzt sich dafür ein, daß der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes ebenso wie der des Deutschen Roten Kreuzes in ein späteres Nationales Kuratorium eintritt. Gleichzeitig setzt sie sich dafür ein, daß das Programm nur von entsprechend qualifizierten Betreuern angeboten wird; sie wird in ihrem Bereich hierfür entsprechende Voraussetzungen schaffen.
3.
Die Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg bereitet ihre Gruppenleiter bereits im Grundlehrgang – im Teil I eher informativ, in der Projektarbeit im Teil II ggf. ausführlicher – auf das Programm vor. Die Qualifizierung als Programmbetreuer erfolgt in einem speziellen Wochenendlehrgang (Neigungslehrgang Internationales Jugendprogramm) bzw. im Rahmen des Ausbilderlehrgangs. Anzustreben ist mittelfristig aber ein organisationsneutrales Qualifizierungsprogramm, so dass nach lokalen Gegebenheiten z.B. Gruppenleiter der Jugendfeuerwehr einen Lehrgang beim Jugend-DLRG und umgekehrt besuchen können. Die Ausbildung der Multiplikatoren der beteiligten Organisationen und Verbände sollte in Zusamenarbeit mit dem Internationalen Sekretariat von Anfang gemeinsam organisiert werden. Im Bereich Arbeitshilfen erstellt die Jugendfeuerwehr eigenes Informationsmaterial (Arbeitsmappe, Infoblätter) und vertreibt Materialien des Internationalen Büros und der Nürnberger Initiative über den HydrantSHOP (Begleithefte etc.). Die Jugendfeuerwehr setzt sich dafür ein, eine deutsche Ausgabe des International Handbook zu erstellen.
4.
Die Initiative „Förderkreis Jugend und Freizeit e.V.“ mit dem Status eines Independent Operator in Nürnberg hat auf regionaler Ebene und darüber hinaus hervorragende Pionierarbeit zur Einführung des Programms in Deutschland geleistet. In der nächsten Etappe wird es darauf ankommen, diese Initiative und die zahlreichen neuen Anbieter und Interessenten zu einem bundesweiten Netzwerk zusammenfassen, das schließlich in eine deutsche „Award Authority“ in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins münden könnte. Um die notwendige Einheitlichkeit der ja unabhängig voneinander operierenden Einzelorganisationen und Verbände zu gewährleisten, sollte bis zu diesem Zeitpunkt mit deutschen Begriffsbildungen und Bezeichnungen vorsichtig umgegangen werden, das Durcheinander ist bereits jetzt schlimm genug. Bis zur Vereinsgründung, in dessen Satzung dann die Art der Vertretung der verschiedenen Beteiligten zu regeln ist, sollte ein bundesweit handlungsfähiger Lenkungsausschuss, in dem alle Beteiligten verteten sind, mit Hilfe der Nürnberger Geschäftsstelle die Arbeit koordinieren.
5.
Die bisherigen Interessenten am Projekt haben sich recht zufällig zusammengefunden, die Dunkelziffer dürfte noch weit höher liegen. Um diese ggf. von Anfang an in die Aufbauarbeit zu integrieren, sollte ab sofort in Fachzeitschriften etc. zu einem ersten nationalen Treffen aller am Programm Beteiligten und Interessierten noch im ersten Quartal 1994 an zentralem Ort aufgerufen werden (Nürnberg?, Frankfurt?, Berlin?). Das Treffen sollte mit Beteiligung des Internationalen Büros durchgeführt werden und mit Präsentationen, Workshops etc. auch dem praktischen Erfahrungsaustausch sowie als Projektbörse dienen. Bei entsprechender Planung (dpa etc.) könnte das Treffen auch zum Durchbruch in der bundesweiten Öffentlichkeit führen. Angesprochen werden sollte u.a. die Themen Kommunikation, ggf. durch einen internen Infodienst, Arbeitsteilung, regionale Zusammenarbeit, Verein, staatlicher Repräsentant sowie der Termin für das nächste Treffen.
6.
Für den eingetragenen Verein ist ggf. bis zum Treffen ein Satzungsmuster zu entwerfen, das sowohl die föderale Struktur des Landes (Bundesverband mit regionalen Info- und Kommunikationsstützpunkten?) als auch die Viefalt der beteiligten Organisationen und Verbände (Jugendverbände, Schulen, Heime, Einzelpersonen) berücksichtigt. In die Struktur eines solchen Vereins mit Vorstand, Mitgliederversammlung etc. sind der noch zu findende „Repräsentative Vertreter des Staates“ (Bundestagspräsident/in?), das Kuratorium, die Geschäftsstelle etc. zu integrieren. Wichtig ist, dass nicht unnötiger organisatorischer Aufwand betrieben wird und insbesondere die bestehenden hauptamtlichen Verbandszentralen effektiv, d.h. arbeitsteilig, in die Struktur integriert werden.
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