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Interview: „Keine Anbieterstelle ohne Expeditionslehrgang!“

von der NETZWERK-Redaktion

Textnummer: 051902

Erstellt am 2004/12/25, zuletzt geändert am 2008/09/02

Nach den zwei Pilotkursen in Barmstedt und Osterburken sprach Jutta Schmieg im Mai 2002 mit Bundeskoordinator und Lehrgangsleiter Klaus Vogel über den neuen Helferlehrgang Expeditionen und die Perspektiven im Lehrgangsbereich.

Nach den zwei Pilotkursen in Barmstedt und Osterburken sprach Jutta Schmieg im Mai 2002 mit Bundeskoordinator und Lehrgangsleiter Klaus Vogel über den neuen Helferlehrgang Expeditionen und die Perspektiven im Lehrgangsbereich.

Das Feedback der Teilnehmer der beiden Pilotveranstaltungen zum neuen Helferlehrgang war ja sehr gut. Bist auch du zufrieden?

Natürlich. Die Kürzung auf ein Wochenende und die Statuserhöhung zum Pflichtkurs haben dafür gesorgt, dass sich genügend Teilnehmer angemeldet haben und die neuen Kurse überhaupt stattfinden konnten. Aber auch das inhaltliche Design hat sich bewährt: zunächst ein Tag „Expedition live“, dann ein Tag Theorie zu Technik und Methodik – das passt noch besser als erwartet zusammen.

Gab oder gibt es Änderungen im Detail?

Jede Menge, da es im Handwerklichen auch nach dem zweiten Durchgang immer noch jede Menge zu verbessern gibt. Zum Beispiel gibt es bei allen Veranstaltungen auf Bundesebene das Problem der verspäteten Anreise von Teilnehmern und insbesondere Verantwortlichen. Aus der Barmstedter Erfahrung, wo zwei der drei Trainer wegen Problemen der Bahn zwei Stunden später angekommen sind, haben wir gelernt und in Osterburken so viele Sicherungen eingebaut, dass wir alle pünktlich um 19.37 im Zug in Richtung Expeditionsgebiet saßen. Auch sonst haben wir die Rahmenbedingungen so geändert, dass der Zeitplan besser eingehalten wurde – bei allen Unabwägbarkeiten von Naturunternehmungen. So war die zwölf Kilometer lange Tour am Samstag sogar eine halbe Stunde früher beendet als geplant.

Und der Theorieteil?

Dort haben wir noch eine Stunde für die Beantwortung von Fragen eingebaut, die sich während des Kurses ergeben hatten und gesammelt wurden. Außerdem haben wir darauf geachtet, dass die Ergebnisse der abschließenden Gruppenarbeiten am Sonntagmorgen auch wirklich schriftlich vorlagen.

Was soll beim nächsten Mal noch geändert werden?

Da muss vor allem die Hektik am Freitag von der Eröffnung bis zum Start der Tour noch weg. Das Abendessen wird es deshalb in Zukunft nur noch als Lunchpaket zum Mitnehmen geben.

Wann wird das nächste Mal sein?

Wenn ich sehe, wie viele neue Anbieter wir in diesem Jahr bereits bekommen haben, wie viele noch vor der Türe stehen und vor allem wie viele Verantwortliche noch nie einen Programm- oder Expeditionslehrgang von innen gesehen haben, dann sollte in diesem Jahr sowohl in Baden-Württemberg wie in Schleswig-Holstein jeweils noch ein Kurs durchgeführt werden.

Dafür soll nun in den Ländern die Werbetrommel gerührt werden?

Ja. Unser Ziel kann nur heißen „Keine Anbieterstelle ohne Helferlehrgang“. Wir versuchen den Anbietern entgegen zu kommen, indem wir einige Lehrgänge statt von Freitagabend bis Sonntagnachmittag von Donnerstagabend bis Samstagnachmittag durchführen.

Das bedeutet, dass das Koordinationsbüro in Zukunft noch mehr Zeit in die Lehrgangsarbeit investieren wird.

In die beiden „Grundlehrgänge“ – wir haben ja auch die Zahl der Programmlehrgänge pro Jahr verdoppelt. Hinzu kommt, dass für den Helferlehrgang wegen der umfangreichen Ausrüstung, die benötigt wird, ungefähr die doppelte Vor- und Nachbereitungszeit wie beim Programmlehrgang zu veranschlagen ist.

Wo kommt diese Zeit her?

Indem wir bestimmte Dinge hier in Zukunft ganz radikal gar nicht mehr tun werden, z.B. Jugendbegegnungen organisieren. Darüber hinaus werden wir uns im Lehrgangsbereich ganz auf Programmlehrgang, Helferlehrgang Expeditionen und die Teamerfortbildung konzentrieren – „lieber weniger, aber besser“. Außerdem werden wir das Lehrteam im nächsten Jahr nochmals deutlich verstärken – auf beiden Pilotkursen haben wir ganz hervorragende Leute kennen gelernt, die Interesse an dieser Arbeit haben.

Und nächstes Jahr?

Das Lehrteam macht erstaunlich schnelle Fortschritte. Es hat dieses Jahr bereits zwei Programmlehrgänge und zwei Expeditionskurse durchgeführt und auch beim Bundestreffen die Fäden gezogen. Die Nachfolger als Lehrgangsleiter in den beiden Standardkursen stehen bereit, so dass ich mich auf die Teamer selbst konzentrieren kann.