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LL 3/2009: Gruppenfoto

Leitungslehrgang 3/2009: „Wenn man an einem Rädchen dreht, bewegen sich auch alle anderen“

von Klaus Vogel

Textnummer: 686101

Erstellt am 2009/12/01, zuletzt geändert am 2010/01/02

Mit der Premiere als Zweieinhalbtageskurs feierte der Leitungslehrgang am Überlinger Gymnasium seinen zehnten Geburtstag. Auch das beim Jubiläumslehrgang erstmals eingesetzte neue Instrumentarium für das Erstellen bzw. Fortschreiben des Entwicklungsplans trug entscheidend zur erfolgreichen Premiere bei.

von Klaus Vogel

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Mit der Premiere als Zweieinhalbtageskurs feierte der Leitungslehrgang am Überlinger Gymnasium seinen zehnten Geburtstag. Auch das beim Jubiläumslehrgang erstmals eingesetzte neue Instrumentarium für das Erstellen bzw. Fortschreiben des Entwicklungsplans trug entscheidend zur erfolgreichen Premiere bei.

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Der am Wochenende am Bodensee in Form eines Workshops durchgeführte Kurs war ein Pilotlehrgang im doppelten Sinn. Erstmals umfasste der Leitungslehrgang 2,5 Tage, d.h. begann wie der Grundlehrgang am Freitagnachmittag und endete am Sonntagmittag. Gleichzeitig hatte das neue, an den „Sechs Schlüsselaufgaben“ ausgerichtete Instrumentarium an Arbeitsblättern für das Erstellen bzw. Fortschreiben des Entwicklungsplans erfolgreiche Premiere. Beide Neuerungen machten es möglich, dass jeder Teilnehmer am Kursende in seiner Lehrgangsmappe ein Bündel selbst erstellter Materialien für die weitere Arbeit in der eigenen Einrichtung mit nach Hause nehmen konnte. Wichtigstes Arbeitsergebnis war dabei der nach den „Sechs Schlüsselaufgaben“ und Prioritäten gegliederte Entwicklungsplan.

Ein weiteres wichtiges Lehrstück war das Beispiel für „Best Practise“, das jeder Programmanbieter aus der eigenen Praxis in die Vorstellungsrunde einbrachte und während des Kurses für die anderen Teilnehmer ausformulierte. Aus den exemplarischen praktischen Übungen zu den einzelnen Schlüsselaufgaben fanden u.a. ein Flyer für Programmteilnehmer, ein Leitfaden für die Planung einer Verleihfeier, die Konzeption einer Anbieter-Website, Auswertungen einer Fragebogenaktion zu den Erfahrungen von „echten“ Programmteilnehmern des Überlinger Gymnasiums sowie der Schule Schloss Salem sowie das Programm eines Einführungswochenendes für neue Teilnehmer Eingang in die Lehrgangsdokumentation.

Mit dem neuen Rahmen und den neuen Materialien gelang so gut wie noch nie, den Sinn und Zeck vieler bürokratisch erscheinender Dokumentations- oder Feedbackvorgaben wie Anbietersteckbrief, Jahresbericht oder Portfolio zu vermitteln. Nebenbei wurden viele Unklarheiten, die trotz Grundlehrgang und den dort eingeführten wichtigsten Arbeitshilfen immer noch bestanden, beseitigt – und insgesamt Sinn und Zweck des Leitungslehrgang und damit des ganzen Lehrgangssystems eindrucksvoll bestätigt. „Just a note to say thank you very much for all your hard work, enthusiasm and inspiration this weekend. I had a great time and have gathered fresh energy and a greater focus on where we are going at the European School“, fasste zum Beispiel Jude Hannam (München) ihre Eindrücke zusammen.

Der Lehrgang begann mit einer „Aktuellen Stunde“ mit der Teilnehmermappe als dem für die Programmarbeit wichtigsten Einzelpunkt. Es folgte eine Einführung in das Konzept der „Sechs Schlüsselaufgaben“ und deren wechselseitigen Abhängigkeiten („wenn man an einem Rädchen dreht, bewegen sich auch alle anderen“). Das „Leitungs-ABC“ verdeutlichte dann dieses Schema und zeigte die Vielfalt teilweise unbekannter Handlungsmöglichkeiten, -notwendigkeiten sowie -instrumenten auf. Auf dieser Grundlage ging es dann zu den einzelnen Aufgabenbereichen, deren Kernelementen und den jeweils anstehenden dringendsten Aufgaben. Die Einzelergebnisse wurden dann im Entwicklungsplan zusammengefasst und mit Prioritäten versehen. Eine Fragerunde schloss den mit viel Lob bedachten Kurs ab.

Wie dringend die neue Teilnehmermappe benötigt wurde zeigte die Tatsache, dass zwei der vertretenen Programmanbieter unabhängig voneinander bereits eigene Blätter für die Planung und Dokumentation der Programmteilnahme über das Begleitheft hinaus entwickelt hatten. Auch mit der kürzlichen Einführung einer Grundlehrgangssitzung zum Thema Verwaltung wurde offensichtlich einem dringenden Bedarf entsprochen: viele Unklarheiten bezogen sich auf elementare Punkte wie den Anbieterbeitrag, das Anmeldeformular von Teilnehmern, die Registrierung von Gold-Teilnehmern, das Verhältnis von Qualipass und Begleitheft, die Anerkennung von Abschlüssen, den Jahresbericht oder die Abläufe und Lieferzeiten des AwardShop. Der Anbieterpreis war vollständig unbekannt!

Als besonders wertvoll für die Durchführung des Kurses erwies sich die Möglichkeit, den Computerraum der Schule zum Beispiel für Recherchen durchgehend nutzen zu können. Die zehn hoch motivierten Teilnehmer der Edith-Stein-Schule Ravensburg, der Europäischen Schule München, der Grund- und Hauptschule Önsbach, dem Gymnasium Überlingen, dem Landkreis Heidenheim und der Internationalen Schule Stuttgart nutzen sogar die Freizeit nach dem Abendessen für den Lehrgang. Als Trainer (bzw. besser: Moderatoren) waren Jens Schindele (Heidelberg) und Klaus Vogel (Osterburken) im Einsatz, die Organisation lag in den Händen von Brigitte Hess (Überlingen). Um die Unterkunft hatten sich die Teilnehmer selbst zu kümmern; die meisten nutzten „Die Herberge“ in unmittelbarer Nähe der Schule.

Bei einem Pilotlehrgang wird zunächst vor allem das grundsätzliche Konzept überprüft – und dieser Test gelang weit besser als erwartet. Die Freude darüber darf aber nicht über die vielen Verbesserungen im Detail hinwegtäuschen, die teilweise bis zum nächsten Durchgang erledigt sein müssen. Dabei sind die methodische Optimierung oder die vollständige Zweisprachigkeit der Materialien noch die leichtesten Hausaufgaben. Wesentlich schwerer wiegen die Fortentwicklung des Leitungs-ABC zu einem Glossar, die Anpassung des Handbuchteils „Programmarbeit“ an die Bedürfnisse des Leitungslehrgangs (dessen Seminarmappe dem offiziellen Teil inzwischen deutlich voraus ist!), die Entwicklung einer Teamermappe und die Qualifizierung weiterer Trainer zu Moderatoren für diesen immer wichtiger werdenden Lehrgang.