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Deutscher Jugendhilfepreis 2006: Praxispreis

Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft für Jugendhilfe (AGJ)

Textnummer: 527602

Erstellt am 2005/02/13, zuletzt geändert am 2008/09/02

Die Arbeitsgemeinschaft für Jugendhilfe (AGJ) schreibt in den Kategorien Theorie- und Wissenschaftspreis sowie Praxispreis der Jugendhilfe den Deutschen Jugendhilfepreis 2006 zum Thema „Die Neugestaltung des Sozialen – Chancen und Risiken für die Kinder- und Jugendhilfe“ aus.

Die Arbeitsgemeinschaft für Jugendhilfe (AGJ) schreibt in den Kategorien Theorie- und Wissenschaftspreis sowie Praxispreis der Jugendhilfe den Deutschen Jugendhilfepreis 2006 zum Thema „Die Neugestaltung des Sozialen – Chancen und Risiken für die Kinder- und Jugendhilfe“ aus.

Im Mittelpunkt der aktuellen gesellschaftlichen Veränderungsprozesse steht der qualitative Umbau und quantitative Abbau von sozialen Leistungen. Dies führt zu weitreichenden Veränderungen der Grundlagen und Strukturprinzipien des Systems „Wohlfahrtsstaat“. Die Kinder- und Jugendhilfe ist insbesondere in ihrer kommunalen Verfasstheit und regionalen Verankerung von den aktuellen Entwicklungen betroffen. Auf der einen Seite gerät sie im Kontext der kommunalen Sparzwänge in einen wachsenden Legitimitäts- und Kostendruck. Auf der anderen Seite jedoch gilt es angesichts der gegenwärtigen Bedingungen des Aufwachsens junger Menschen eine soziale Infrastruktur zu sichern und zu schaffen, die den Bedürfnissen und Interessen sowie den spezifischen Unterstützungs- und Förderungsbedarfen von Kindern und Jugendlichen sowie ihren Familien entspricht.

Im Zuge der Veränderungen der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen bewegt sich die Kinder- und Jugendhilfe im Spannungsfeld des sozialen Wandels. Zum einen ist dies als Chance inbezug auf die gewachsenen Ansprüche an ihre Angebote und Leistungen zu werten, wie z. B. durch das Tagesbetreuungsausbaugesetz (TAG) oder auch die Diskussion um den Ausbau von Ganztagsschulen, zum anderen jedoch birgt dieser gesellschaftliche Wandel auch Risiken. Risiken insofern, dass es um eine Veränderung der Verortung der Leistungen und der Angebotsstrukur der Kinder- und Jugendhilfe geht. In der aktuellen Debatte geht es dabei vor allem um die Themenbereiche Betreuung unter 3 Jahren, Hartz IV und Kooperation Jugendhilfe und Schule.

Die Träger der Jugendhilfe reagieren auf diese Herausforderung der veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen mit unterschiedlichen, innovativen Handlungsansätzen und konzeptionellen Strategien, die neue Wege der Bildung, Erziehung, Betreuung bzw. des Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen im sozialen Nahraum beschreiben und diese zum Ausgangspunkt ihres fachlichen und pädagogischen Handelns machen. Für den Deutschen Jugendhilfepreis 2006 sollen Arbeiten eingereicht werden, die in Theorie und Praxis der Jugendhilfe genau diese Ansätze der Kinder- und Jugendhilfe aufzeigen oder die entsprechende Handlungsstrategien und -perspektiven entwickeln. Gesucht werden außerdem fachliche Anregungen und jugendpolitische Konzepte zur „Neugestaltung des Sozialen – Chancen und Risiken für die Kinder- und Jugendhilfe“.

Der Theorie- und Wissenschaftspreis der Jugendhilfe soll als Nachwuchspreis angehende Fachkräfte und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler anregen, sich grundsätzlich inhaltlich konzeptionell mit dem Thema der Ausschreibung zu beschäftigen. Der Deutsche Jugendhilfepreis 2006 – Hermine-Albers-Preis – ist mit jeweils 4.000 Euro für die Kategorien Theorie- und Wissenschaftspreis und Praxispreis der Jugendhilfe dotiert. Der Einsendeschluss ist der 12. Dezember 2005.